Gemeindeportrait - Gemeindewappen

Kalchreuth Süd

Die Entwicklung des Ortes Kalchreuth

Die Besiedelung unserer Gegend erfolgte zwischen den Jahren 1050 und 1100, urkundlich wurde Kalchreuth 1298 zum ersten Mal erwähnt, als König Albrecht den Ort an die Nürnberger Burggrafen zu Lehen gab.

1342 verkauften diese den Großteil der Güter an den Nürnberger Patrizier Ulrich Haller. Damit begann eine über 500-jährige Epoche mit vielen Höhen und Tiefen.

Mitten im Dorf steht die altehrwürdige Sankt Andreaskirche, ein Schatzkästlein spätgotischer Kunst. 1471 wurde von den drei Gemeinden Kalchreuth, Röckenhof und Käswasser das Langhaus an eine bestehende Kapelle gebaut, 1494 wurde an deren Stelle ein neuer Chor, eine Stiftung der Familie Haller, errichtet.

1498 wurde der Hauptaltar, wohl aus der Werkstatt des Nürnberger Malers Michael Wohlgemut, aufgestellt.

Als besonderes Kunstwerk gilt auch das Sakramentshäuschen aus der Werkstatt von Adam Kraft und die 12 Tonapostel aus dem 14. Jahrhundert. Neben der Kirche steht das alte Hallerschloss, vermutlich hat Ulrich Haller mit dem Bau begonnen. 1449 wurde der Hauptbau errichtet und 1560 mit einem Querflügel von Jakob Haller erweitert.

Bis 1465 war die Familie Haller der alleinige Grundherr in Kalchreuth, dann erwarb ein Amtmann Wallenrod 16 Güter, die er als Pfründe für eine ewige Messe der Kirche in Schwabach vermachte.

Um 1500 erwarb Matthäus Sauermann fünf Güter, er war der Besitzer der Forsthube. Seine Nachfolger waren die Familien Imhoff und von Wölkern. Heute ist es ein Hotel und gehört der Familie  Meisel.

Um 1500 malte Albrecht Dürer vom Nordfenster des Schlosses zwei Bilder, das Dorf Kalchreuth, es ist die älteste bekannte Dorfansicht, sowie das Schwabachtal und den Hetzles.

1508 erscheint schließlich noch ein Freiherr von Wetzhausen, er verwaltete acht Güter im Auftrag der Markgrafen.

Kalchreuth hatte also vier verschiedene Grundherren, hinzu kam noch ein Gutshof, der den Geudern in Heroldsberg grundbar war. Die Besitzverhältnis führten dazu, dass es zeitweise im Ort vier Dorfmeister gab, ebenso verschiedene Wirtshäuser, Bäckereien und Schmieden.

Erst im Jahr 1789 wurde der 36 Meter hohe Kirchturm vollendet, nachdem es darüber 80 Jahre Streit zwischen den Herrschaften und den Dorfbewohnern gegeben hatte.

Bis zum Jahr 1560 lässt sich die heutige Gaststätte Sußner zurückverfolgen, 1680 wurde auch eine Brauerei erwähnt. 1864 wurde zur Bierlagerung ein Felsenkeller gebaut, allerdings wurde einige Jahre später das Bierbrauen eingestellt.

1592 wurde von Carl Haller in der Weißgasse ein "Neues Haus" (Schloss) gebaut, 1782 wurde es versteigert, den Zuschlag erhielt die Bauernfamilie Paulus. 1937 wurde das alte Gebäude abgerissen und ein neues Wohnhaus gebaut, heute ist es ein Hotel und gehört der Familie Georg und Helga Meisel.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) hatte Kalchreuth sehr zu leiden, die Bevölkerung musste fliehen, viele starben wegen der Hungersnot und an Krankheiten, im Ort brannten viele Häuser und Scheunen ab. Nach 1650 wurden die Höfe wieder aufgebaut, teilweise von Flüchtlingen aus dem Salzburger Land, die wegen ihres Glaubens dort vertrieben wurden.

1791 kam die Markgrafenschaft Ansbach-Bayreuth und damit auch Kalchreuth zum Königreich Preußen, 1796 erfolgte die Einführung des preußischen Landrechtes. 1810 schließlich erfolgte der Anschluss an das Königreich Bayern.

1850 verkaufte die Familie Haller das Schloss an eine bürgerliche Familie, damit endete die jahrhundertlange Herrschaft. 1907 wurde eine Gaststätte eingerichtet. Ebenso wurde die alte Zehntscheune aus dem Jahr 1678 verkauft, heute befindet sich das Antiquitätengeschäft von Philipp und Brigitte Hartwig darin.

1855 stattete  König Maximillian II. Kalchreuth einen Besuch ab, zusammen mit seiner Gattin pflückte er selber Kirschen. Seitdem gibt es die Kirschenkirchweih.

1866 wurde nördlich der Kirche ein großes Schulhaus gebaut, 1972 erfolgte ein Neubau mit sechs Klassenräumen, Fachräumen und einer Turnhalle.

Im Jahr 1907 wurde die Wasserleitung im Ort gebaut. Heute wird das Wasser aus einem Tiefbrunnen in der Nähe vom Kreuzweiher entnommen und im Wasserhochbehälter bei Käswasser mit 1400 cbm Fassungsvermögen gespeichert.

1900 wurden in Kalchreuth 119 Häuser mit 976 Einwohner gezählt.

1908 wurde die Bahnstrecke Nürnberg-Nordost nach Eschenau eröffnet. Diese mündete in die bereits 1886 erbaute Bahnstrecke Erlangen – Eschenau – Gräfenberg. Sie diente vor allem dem Gewerbe, den Bauern, den Ausflüglern und den Pendlern. 1998 wurde die Strecke modernisiert und ab 2001 neue Züge eingesetzt.

1910 besuchte Prinzregent Luitpold den Ort, er wurde vor dem Schloss empfangen. In der heutigen Schlossgaststätte werden Bilder des fränkischen Malers Rudolf Schiestl (1878 – 1931) ausgestellt.

Im Jahr 2001 erreichte Kalchreuth 3000 Einwohner. Zur Gemeinde gehören Käswasser, Stettenberg, die Minderleinsmühle und die Gabermühle sowie seit der Gebietsreform im Jahre 1978 der Gemeindeteil Röckenhof.


Wappen

 

Das Gemeindewappen von Kalchreuth

Im Juni 1980 wurden im Kalchreuther Gemeindeblatt die Bürger von Kalchreuth aufgefordert, sich an der Gestaltung eines Gemeindewappens zu beteiligen.

Auch Helmut Freiherr Haller von Hallerstein und Heraldiker aus Franken folgten diesem Aufruf.

Der Gemeinderat entschied sich schließlich für den Wappenvorschlag von Frau Ursula Lindstedt. Am 10.12.1981 wurde das Wappen von der Regierung von Mittelfranken genehmigt.

 

 
 
 
 
 
Wappengeschichte
 

Im ersten Feld steht das Stammwappen der Freiherren Haller von Hallerstein, die von 1342 bis 1850 in Kalchreuth ansässig waren und bis 1465 die Alleinherrschaft im Ort innehatten.

Der Löwe im zweiten Feld ist die Wappenfigur der Burggrafen von Nürnberg, die Kalchreuth im Jahr 1298 erwarben.

Das Andreaskreuz im dritten Feld weist auf die Pfarrkirche hin, die dem Heiligen Andreas geweiht war. Sie wurde im 15. Jahrhundert erbaut; ihre Ausstattung ist in einzigartiger Vollständigkeit bis heute erhalten.

Die Kirschblüte im vierten Feld stellt die Lage der Gemeinde im bekannten fränkischen Kirschenanbaugebiet dar.

 

Wappenbeschreibung

Geviert;   1: In Rot ein schräggestürzter, schwarzgefüllter, silberner Sparren;    2: in Silber ein rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe;     3: in Silber ein schwarzes Andreaskreuz;     4: in Rot eine silberne Kirschblüte mit grünen Kelchblättern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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